Logo Helmholtz Zentrum München

Was ist Typ 1 Diabetes?

Der Typ 1 Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit. Das bedeutet, dass das körpereigene Immunsystem, das in erster Linie der Abwehr krankmachender Keime dient, sich gegen die Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse richtet und diese zerstört. In der Folge kommt es zum Ausbleiben der Insulinproduktion. Das Hormon Insulin hat die Aufgabe, den mit der Nahrung aufgenommenen Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen, die ihn zur Energiegewinnung benötigen. Bei Insulinmangel sammelt sich der Zucker im Blut an. Die Betroffenen müssen deshalb Insulin spritzen, um Gesundheitsprobleme durch zu hohe Blutzuckerwerte zu verhindern.

Was bedeutet Typ 1 Diabetes Früherkennung?

Das Blut Ihres Kindes wird auf Inselautoantikörper untersucht. Inselautoantikörper sind Zeichen einer Entzündung der Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse; sie können bereits Jahre bevor es zu einem Insulinmangel und zu einer Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommt im Blut nachgewiesen werden. Der Nachweis von Inselautoantikörpern deutet auf einen Typ 1 Diabetes hin. Etwa 0,3% oder 3 von 1000 untersuchten Kindern haben Inselautoantikörper im Blut. 

Wer kann an der Fr1da-Studie in Bayern teilnehmen?

Der Früherkennungstest kann bei allen Kindern in Bayern zwischen 2 und 5 Jahren entweder im Rahmen der jeweiligen Vorsorgeuntersuchung (U7, U7a, U8, U9) oder auch bei jedem anderen Kinderarztbesuch schnell, sicher und einfach durchgeführt werden.

Welche Vorteile hat die Teilnahme an einer Untersuchung zur Typ1 Diabetes Früherkennung?

Die meisten Menschen, die an Typ 1 Diabetes erkranken, entwickeln die Erkrankung im Kindesalter. Wenn bei Ihrem Kind bei dieser Untersuchung keine Inselautoantikörper im Blut gefunden werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass es später noch Typ 1 Diabetes entwickeln wird. Sollte bei der Untersuchung festgestellt werden, dass Ihr Kind Inselautoantikörper im Blut hat, kann es von Anfang an optimal betreut und behandelt werden. So können lebensbedrohliche Überzuckerungen verhindert werden, die relativ schnell und ohne Vorwarnung auftreten können. Betroffene Kinder und Eltern werden von uns ausführlich informiert und beraten. Auch gibt es heute neue Behandlungsversuche, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Wir werden interessierten Familien die Möglichkeit bieten, an solchen Studien teilzunehmen.

Muss ich den Früherkennungstest bezahlen?

Nein! Die Untersuchung wird im Rahmen der bayernweiten Fr1da-Studie vom Helmholtz Zentrum München, dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, sowie der Technischen Universität München durchgeführt und ist für Sie kostenlos.

zurück

Das Kind macht einen gesunden Eindruck. Sollte es dennoch untersucht werden?

Ja! Die meisten Kinder, die Typ 1 Diabetes entwickeln, zeigen im frühen Stadium der Erkrankung keinerlei Auffälligkeiten. Die Untersuchung ermöglicht die Erkennung des Typ 1 Diabetes in diesem frühen Stadium durch einen Bluttest. Wird der Blutzucker von nun an gut überwacht, können schwerwiegende Gesundheitsprobleme verhindert werden.

Wie läuft die Blutabnahme ab?

Für den Früherkennungstest wird der Kinderarzt Ihrem Kind ein paar Blutstropfen aus dem Finger entnehmen. Die Blutabnahme am Finger stellt für Ihr Kind keinerlei Gefahr oder Risiko dar. Es könnte zu einem kleinen Bluterguss, einer Schwellung oder einer Infektion kommen. Das Risiko für eine Infektion ist aber sehr gering.

Wie erfahre ich, ob mein Kind erkrankt ist oder nicht?

Wenn Ihr Kind erste Anzeichen im Blut für Typ 1 Diabetes (Inselautoantikörper) aufweist, erhalten Sie Nachricht von Ihrem Kinderarzt.

Was bedeutet die Diagnose 'frühes Stadium des Typ 1 Diabetes'?

Die meisten Kinder mit Inselautoantikörpern im Blut befinden sich in einem frühen Stadium des Typ 1 Diabetes und haben keinerlei Symptome. Sie fühlen sich vollkommen gesund, es besteht kein aktuelles gesundheitliches Risiko. Wir werden mit den betroffenen Eltern und deren Kinderarzt das weitere Vorgehen genau besprechen und sie in dieser Situation bestmöglich unterstützen. Der Stoffwechsel des Kindes wird regelmäßig sorgfältig überwacht. Die Eltern erhalten eine ausführliche Beratung und Schulung und einen individuellen Vorsorgeplan für ihr Kind. Mit Hilfe regelmäßiger Kontrolluntersuchungen wird festgestellt, wann mit einer Insulinbehandlung begonnen werden sollte.

Es ist davon auszugehen, dass 80 Prozent der Kinder mit positiven Inselautoantikörpern innerhalb von 10 Jahren eine Insulinbehandlung benötigen. Dazu werden die Eltern schrittweise mit der Insulintherapie vertraut gemacht und an einen auf Typ 1 Diabetes spezialisierten Kinderarzt oder eine Kinderklinik verwiesen. Während dieser Phase des frühen Typ 1 Diabetes stehen wir den betroffenen Familien mit Rat und Tat zur Seite. Sollten sie Informationen oder Unterstützung benötigen, können sie sich mit Ihren Fragen und Sorgen an unsere kostenlose Telefon-Hotline wenden (Tel.  0800 - 4 64 88 35). Wir stellen auch den Kontakt zu entsprechenden Experten her.

Gibt es Möglichkeiten, das Fortschreiten von Typ 1 Diabetes zu verhindern?

Es gibt heute eine Reihe von innovativen Behandlungsstrategien (z.B. „Impfung“ gegen Typ 1 Diabetes), um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Diese werden momentan bereits im Rahmen von klinischen Studien getestet und durchgeführt. Interessierte Familien erhalten die Möglichkeit, an solchen Studien teilzunehmen.

Was passiert mit meinen Daten?

Das Ergebnis der Untersuchung unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Alle persönlichen Daten Ihres Kindes verbleiben bei Ihrem Kinderarzt. Die Blutproben und Fragebögen werden pseudonymisiert an das Institut für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum weitergegeben; das bedeutet, der Kinderarzt versieht sie mit einer Codenummer. Nur Ihr Kinderarzt kann den Personenbezug der Ergebnisse zu Ihren persönlichen Daten herstellen. Das pseudonymisierte Untersuchungsergebnis Ihres Kindes sowie alle weiteren Daten, die im Rahmen der Untersuchungen gesammelt werden, werden elektronisch gespeichert, und ausschließlich zu wissenschaftlichen und statistischen Zwecken verwendet. Die Blutproben werden nicht aufgehoben, sondern durch die Bestimmung der Inselautoantikörper verbraucht. Mögliche Reste werden verworfen. Das Blut wird auch nicht zu anderen Zwecken untersucht.

Was geschieht mit der restlichen Blutprobe meines Kindes?

Die restlichen Blutproben werden verworfen.

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Anette-G. Ziegler

Besucheranschrift: 
Helmholtz Zentrum München
Institut für Diabetesforschung
Heidemannstraße 1
D - 80939 München

Post- und Rechnungsanschrift: 
Helmholtz Zentrum München
Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Institut für Diabetesforschung
Ingolstädter Landstr. 1
D - 85764 München-Neuherberg

Kostenfreie Rufnummer
0800 - 4 64 88 35

diabetes.frueherkennungnoSp@m@helmholtz-muenchen.de